Montag, Oktober 23, 2006

parasol






im sächsischen wald steht allerhand rum. da muß man drüber weg und drunter durch und manches kann man auch zu hause in die pfanne hauen: »nu. ham sie aber viele bilze gefundn! die düde die nähm mer ihn glei ab. un barasolbilze! nu, die gönn se essen. nu! och mehrmals«

Dienstag, Oktober 17, 2006

zeitfenster



für manche dinge, hat man das gefühl, bleibt einfach keine zeit. das ist hart, aber was soll man machen. stets zu entscheiden, was nun wichtiger ist, was man lieber oder lieber nicht will, das ist nicht leicht. vielleicht erinnert sich noch wer, wann dieses foto hier entstanden ist * magic botschaft, you know? auf jeden fall verbringe ich einen teil meiner zeit mit dem analysieren und auswerten von tatortfolgen. da ich oft auf mangelnde ernsthafitgkeit stosse (»ach, an der stelle hab ich umgeschalten« oder »da bin ich dann wohl eingeschlafen« ) habe ich mich nach einem fachlich qualifizierterem forum umgesehen. leider ist es gestaltungstechnisch überhaupt nicht hübsch, aber darum geht es ja ausnahmsweise auch mal nicht:
  • expertenforum
  • ab jetzt wird jede folge bewertet. nich, dass es wichtig wäre, aber irgendwo muß man ja hin mit den dingen, die einen bewegen. andere fahren zum zwiebelfest...

    Montag, Oktober 16, 2006

    schüttle dich und rüttle dich






    zweikommafünf tonnen äpfel immerhin haben wir von heikos bäumen geschüttelt. das gibt ne menge schnaps. gefühlte zweikommafünf tonnen lecker essen haben wir nebenbei verdrückt, schaschlik (vom schafsbock ohne namen) über der glut, borschtsch, kartoffelsalat nach henrys muttis rezept, kräuter-, tomaten-, spinatbutter auf frischem brot, omas gebackender kuchen und selbstgemachter eierlikör,,, dazu wasser aus der pumpe und ein bioklo mit herz und herrlicher aussicht auf die apfelbäume, die schafe und die kuh geisha und die hunde um uns herum. kinder is das landleben schön:-)

    Dienstag, Oktober 10, 2006

    dr.seltsam in schwarzweiß



    gestern im ICE nach berlin, teile ich mir den buchenholzimitatklapptisch mit einem sympathischen jungen mann. zu seinem weißen hemd trägt er eine weiße hose, weiße socken, weiße schuhe. ununterbrochen hämmert er texte in seinen weißen laptop und hört musik, natürlich mit dem ipod in weiß. ein farbiger punkt im strahlenden dr.best-gegenlicht ist ein dickes buch, das er ab und zu hektisch durchblättert, ohne darin zu lesen um mir dann ein lächeln zu schenken und eifrig weiter zu tippen. »GESUNDHEITSPSYCHOLOGIE« steht auf dem giftgrünen umschlag. aha. ich jedenfalls schreibe ganz altmodisch seitenlange briefe auf papier mit stift. als meine miene leer geschrieben ist, greife ich souverän zur ersatzmiene, baue den stift fachmännisch auseinander und bekomme ihn äh irgendwie nicht wieder zusammen, weil die feder, die straff gespannt werden muß, so widerspenstig ist. ich spanne also die feder und spanne und spanne und aus versehen lasse ich los. schnipps - mit großem schwung und in beeindruckender geschwindigkeit knallt meine miene samt feder und stiftvorderteil meinem gegenüber auf die stirn. wie angestochen springt der zu tode erschrockene auf. ein herrliches bild. total ungläubig guckt er mich an. gut gezielt. über der nase genau zwischen den augen hat er jetzt einen schwarzen punkt - man, war das ein treffer! die frau am nachbartisch fängt lauthals an zu lachen. ich entschuldige mich peinlich berührt und erkundige mich bemüht höflich nach dem grad der verletzungen. nix passiert zum glück. ich muß unter dem tisch verschwinden um mir das lachen zu verkneifen. kameradschaftlich hilft er mir unter den sitzen die geschosse wieder einzusammeln. in seinem rucksack finden wir schließlich die letzten einzelteile. er ist immer noch so schockiert, dass er erstmal für 10 min verschwinden muß. die frau von nebenan sucht meinen blick- wir müssen uns das lachen verkneifen. schwierig. nun ja. als er zurück kommt widme ich mich konzentriert meinem brief und kann ihm nicht mehr in die augen blicken, denn leider sehe ich immer wieder meinen schuß und sein aufspringen vor mir, so dass ich immer wieder lachen muß. der weiße holt sein handy aus der tasche und positioniert es rechtwinklig neben dem laptop. (überraschung- es ist nicht weiß, sondern dunkelblau!). stille im abendlichen zugabteil. dann vibriert das telefon und als klingelton ertönt eine schrille künstliche stimme: "BIST DU ALLEINE? HAST DU BOCK AUF GANG BANG?" mr. white wird feuerrot, räuspert sich, guckt irritiert zu mir und der frau am nachbarstisch, die nun endgültig in gelächter ausbricht, genau wie ich. betont seriös meldet er sich am telefon mit " doktor langer, guten tag" und vertieft sich in ein tiefenpsychologisches fachgespräch. nun ja, der gute wird wohl noch eine weile an diese zugfahrt zurück denken. mein stift, der ihm die strin markierte ist nämlich leider wasserfest.

    Dienstag, September 26, 2006

    popkommmmm – eine erfahrung




    miau - iaaah iaaah - määääääh
    tierstimmen statt applaus – das forderten 28 costumes, die letzte von vier bands aus liverpool, die sich am donnerstagabend der popkomm im knaack-club austobte. die jungs drehten auf der bühne mal eben ordentlich durch und das publikum miaute und wieherte was das zeug hielt. abgefahrens, dachten wir, krass, witzig.
    was wir dann am folgeabend in der volksbühne zu hören bekamen, war dagegen um längen abgefahrener. thema des abends war die subkultur der ddr-musik- "verbaler sozialismus versus keckem privat-eklektizismus" stand im programm- ah also irgendwie ging es darum, was die leute so mit synthesizern und instrumenten produziert haben und dafür wurden unmengen bands eingeladen. viele davon existieren seit jahren nich mehr und haben sich eigens für diesen abend noch einmal zusammen auf die bühne gestellt. was wir zu sehen und zu hören bekamen kann man eigentlich nicht beschreiben. 2-3 lieder pro "kapelle". alles sehr sehr experimentell. los ging es mit einer angeblichen ostband, die einen blonden italiener als sänger hatte, der auch italienisch sang. das kann ja wohl kaum ddr gewesen sein, außerdam sah er aus wie dieser florian silbereisen oder war s silberstein, der volksmusiktyp eben. im nachhinein war das aber noch eine der angepasstesten bands überhaupt, da man bei ihnen immerhin noch eine melodie erkennen konnte. bei den folgenden acts war dies dann nicht mehr der fall. oft bestand die musik aus geräuschen plus rhythmus und synthesizersamples, manchmal noch kombiniert mit den schrägsten hinterweltinstrumenten, deren namen ich nicht kenne (falls dafür überhaupt namen existieren). zb gab es eine kombo mit synthi und schlagzeug und einem mann, der in 2 rohre blies. und wir fanden auch die tierstimmen wieder. ein bildhübsche blonde performte sich zu gitarre und schlagzeug einen ab. sie wand sich, sie brüllte, stöhnte, schrie und tierstimmte ins mikrofon, sowas hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. und das, obwohl ich schon mal bei einem event einer lautmalerin war. das publikum war sehr zurückhaltend- aha oho, wie interessant. ich mußte mir oft das ganz laute lachen verkneifen. aber interessant wars wirklich, und krass! eine band mit klassischen instrumenten war auch sehr beeindruckend. 2 posaunen, ein kontrabaß und ein klavier. alle fingen zur gleichen zeit an, irgendwas zu spielen, was für meine ohren nicht zusammen passte. sie spielten mit einer innbrunst, dass der pianist einen ganz roten kopf bekam und wurden immer wilder. schließlich zerbrach der bogen des kontrabassisten in 2 teile und ratlos klopfte er dann damit, wohl um den flow nicht zu unterbrechen, rhythmen auf seinem baß. ob das nun zur performance gehörte, ob die musik im klassischen sinne überhaupt komponiert oder eher improvisiert ist und wie man es aushält, länger als 30 minuten solche wirren klänge zu produzieren, das habe ich leider nicht herausgefunden. aber ich bereue die erfahrung nicht.
    nur der sinn der popkomm ist mir bis heute verborgen geblieben. im 3 seitigen zeitungsbericht wird ausführlich anhand von umsatzzahlen der erfolg der messe gepriesen. was für eine messe aber ist das? juten tach, ick hätte jern 10 newcomerbands aus schweden? keine ahnung, aber wird schon seine marktberechtigung haben. konzerte gab es jedenfalls allerhand. und tierstimmen.
    miau*

    Dienstag, September 19, 2006

    oben ohne




    cabrio steht mir, das is schon mal klar. prince war auch ganz begeistert von der luftigen rumkutschiererei nach dem sportlichen sonntagsausflug: einmal um den müggelsee, durch richtigen wald (nich nur so n berliner jrünstreifen), an jeder menge wasser vorbei bis nach neu.venededig und zurück. zur vorsicht geboten beachtlich aggressiver gegenverkehr und agile frührentner, die entgegenkommenden radfahrern einfach einen stock in die speichen halten um auf ihren sicherheitsabstand zu bestehen.
    trotzdem schön ist s in köpenick (ja, ja, dani, ich weiß, auch köpi is noch berlin! klare sache!).
    auf jeden fall, das entscheidende beim cabrioieren ist die richtige musik. und was könnte besser passen als eine gute alte juliane werding cd [oder war s kassette?]. wenn man so lässig an der ampel steht, den motor hochtouren läßt und dabei "stimmen im wind" trällert, dann ist die welt in ordnung. >> und noch immer sieht sie sich im cabrio faaahrn, mit dem wind im offenen hahaar, uhhhhuh sehnsucht ist unheilbaahr<< hmmmmm mmm m m m m mm m (friu, das is für dich:-))

    Mittwoch, August 30, 2006

    draisinendrive









    an dieser stelle ein weiterer nachtrag von einem abenteuerlichen event. per draisine ging es ab auf der schiene, haha. startschwierigkeiten, koordinationsprobleme und überholmannöver – alles drin in so einem ausflug. man fährt so eine weile, 1-2 stunden, macht ein picknick und fährt dann zurück. nur dass unser draisinchen dann nicht mehr funktionierte und wir von 2 fahhraddraisinen umgekehrt abgeschleppt, also angeschoben wurden. natürlich haben wir tatkräftig abgewechselt. highlight war die rasende fahrt durch meterhohes gras auf ein nicht mehr benutzes nebengleis, nachdem kleine dorfbengel an den weichen gespielt hatten. großes entsetztes geschrei- und dann war es passiert- wir waren entgleist. und das ohne ein zahlendes adac-mitglied an bord zu haben. (ratlose gesichter, siehe bild 4) dank unserem selbsternannten gruppenleiter, haben wir es mit vereinten energien aber tatsächlich geschafft, das teil wieder in die schiene zu hiefen! so ein ausflug stärkt ungemein die teamfähigkeit und schult das gruppengefühl. unsere anwesenden ferienlagerleiter gaben uns noch ein paar weisheiten mit auf den weg: in geschlossenen ortschaften immer schön rechts gehen, in ferienlagern wird auch auf nachfrage keine aufklärung durch den gruppenleiter stattfinden und küssen mit zunge ist verboten. so.

    Freitag, August 25, 2006

    wiwaworkflow




    einmal pro quartal müssen fotos von tollen dingen für tolle magazine gemacht werden. an sich nichts bedeutendes, nur diesmal gibt es da so einige hürden, z.b. dass die professionelle fotokamera einen defekt aufweist und ich stattdessen mit der kleinen handdigitalkamera knipsen muß. externer blitz is also nich. dank vieler tips des allways hilfsbereiten kollegen dann aber die lösung- mit der linken hand muß man nur gleichzeitig mit der kamera den externen blitz von hand auslösen. na ja, hauptsache es machen alle, was ich ihnen sage- der arme kollege hatte jedenfalls im gegensatz zu mir nich viel zu lachen. aber wer wäre nich gern schürzenjäger-model ? (eigentlich hatten wir überlegt, nackt-schürzenfotos zu machen, von hinten, aber dann hätte man den kochlöffel ja nich gesehen;-)

    Mittwoch, August 23, 2006

    nachtrag: dolce far niente







    komme gar nicht mehr hinterher... hier auf mehrfachen wunsch eine nachreichung der italienischen sommeridylle.
    das lieblingseis des ex-papstes ist bei weitem nicht so lecker wie beschrieben. unsere lang angelegte eisteststrecke verlief ansnonsten aber zufriedenstellend und gestrichene easyjet-flüge sind für uns keine hürde, wie man sieht:-)

    Montag, August 21, 2006

    1. corpoarte blob (psezialpeggy)




    schnarch jetzt live und doppelt schoen:die upachicks vom speisegrill mit extrawings. prost
    beirut subah.habmahhappa.
    texas!
    fran un spezpeg.

    Montag, August 14, 2006

    Illusionsmalerei


    Sitzen zwei des Nachts in der Weddinger Uraltkneipe mit zwiespätligem Flair.
    Sie: >>Ich finde die Reste der alten Deckenbemalung schön.<<
    Schweigen.
    Er: >>Meinst Du die Flecken da oben?<<

    Mittwoch, August 02, 2006

    madonna mia. cosa fare?!

    modern kommunizieren kann man auch von woanders. selbst im neapolitanischen hinterland gibt es free internette. nur, ach du liebe zeit, auch das bloggermenue is hier in italiano und irgendwas kommt hier immer von wegen viren und attenzione. aber macht ja nischt. eben faehrt eine metro vorbei- das ist die neapel u-bahn die fast nur ueber der erde faehrt. das haus bebt, so muss es sich auch in pompeji angefuehlt haben, damals als der grosse ascheregen kam. als wir gestern versucht haben, unser hotel zu finden, war uns auch recht dramatisch zumute. es war schon schwierig in italienglese den richtigen bus zu finden. dann an der halbwegs richtigen station auszusteigen und einen stadtplan zu finden. wir waren zwar da, wo wir hin wollten, nur war da nicht die strasse unseres hotels! der plan, den wir vom hotel bekommen hatten, war schlichtweg falsch. von passanten erhielten wir dazu verschiedene auskuenfte "via nuovo agnano- das ist noch 50 km von hier! also nein, 15, ach ich kann halt kein englisch" via nuovo agnano? das ist ausserhalb, da muesst ihr ein taxi nehmen. das kostet" "mit dem taxi? 15 euro, das ist so weit draussen, da muss man den ganzen weg zurueck auch mit bezahlen". schliesslich suchten wir eine metrostation und fuhren im schrittempo in s schoenste heckert-ghetto. madonna mia. cosa fare?! eine unwirsche metroauskuenftlerin hatte uns eine haltestelle genannt, an der wir verunsichert ausstiegen. e poi? wir fragten im besten italienisch einen passanten, der selber erstmal noch zwei weitere leute zurate ziehen musste, was uns nicht gerade mut machte. schliesslich erklaerte er, es seien zu fuss nur noch 1,2 km. mehrmals beschrieb er den weg bis zu einem platz, an dem wir dann die polizei fragen sollten. warum? non lo so. er lief im eiltempo davon, wir trotteten los, von hitze und mittlerweile schwerem gepaeck geplagt. an besagter stelle angekommen, blickten wir uns um und ueberlegten kurz, was tun und wohin gehen, als unser informant aus einer tuer geschossen kam und aergerlich fragte, warum wir denn nicht die polizei fragen. die steht doch schliesslich da. hm na gut, wenn s hilft. wir also zur polizei- zwei schmucke carabinieri, die sich gerade mit zwei maennern unterhalten. sichtliche freude ueber unser auftauchen. "via nuovo angano?" fragende blicke. na toll. "da muesst ihr mit der metro eine station zurueck fahren." das wollen wir nicht so recht glauben und schuetteln den kopf. wir zweifeln ein wenig an der lokalen ortskenntnis. "oder ihr muesst laufen, in ungefaehr diese richtung" der schweiss tritt uns sichtbarer auf die stirn. koenenn wir ihnen glauben oder werden wir endlos in der gegend herum irren? die maenner diskutieren, in welche richtung wir muessen und wie weit es wohl ist und ob wir das mit gepaeck laufen koennen. schliesslich sagen sie: ihr muesst fahren und zwar mit uns. aeh cosa? wir sehen uns an. die carabinierei halten uns, wie im film einer links, einer rechts, die tuere auf, wir steigen ein- und fuehlen uns wie eine mischung aus verbrechern und geretteten. los geht s in einem tempo, das mir sofort schlecht wird und ich nicht hingucken kann. wir rasen und ueberholen alles und jeden. ist mir schlecht. trotz des hohen tempos diskutieren die beiden heftig weiter, wo wir denn nun hin muessen. schliesslich- vollbremsung, so dass wir auf den harten ungepolsterten sitzen gegen die kugelsichere panzerglasscheibe fliegen. wir stehen vor unserem hotel! von innen koenen wir die tueren natuerlich nich oeffnen. was es fuer einen eindruck machen muss, wenn man so vor einem echt schicken hotel aussteigt, das wollen wir lieber nicht wissen. mille grazie.-)

    Mittwoch, Juli 26, 2006

    bald geht's los


    reisen ist nicht nur spaß. um sicher zu stellen, dass man tagelang mit sich und zusammen gut über die runden kommt, sollte im vorfeld einiges geklärt werden. wichtige fragen sind z.B.: wird der nagellack die ganze zeit halten? wie schaffe ich es, unbemerkt 12 paar schuhe mitzunehmen, diese aber nicht tragen zu müssen? braucht man überhaupt festes schuhwerk? gibt s auch immer, wirklich immer, genug zu essen? vertragen sich chaos und symmetriezwang? werde ich es schaffen, ausnahmsweise mal nicht mehr hektik als nötig zu verbreiten? sieht man eigentlich mit trekkingrucksack von hinten gut aus? wie auch immer. es ist fast soweit. mrs mellow und mrs fellow gehen an der start. nach über 10 jahren der verbundenheit wurde das auch mal zeit.

    Dienstag, Juli 25, 2006

    empfehlung



    zwitscherklause, malplaquetstraße ecke leopoldplatz. hier steppt der bär, hier rockt der kiez. das kleine bier für einen euro- falls genug gläser da sind. hier trifft sich abends, was sich tagsüber in talkshows sehen läßt. in so einer kneipe gelten eigene gesetze. unser erste fehler war es, nach einer karte zu fragen. der zweite dann, das nur einer von uns mangels inspiration was bestellt hat. der dritte fehler- zu glauben, dass man danach noch mal eines blickes gewürdigt wird um doch noch etwas zu bestellen. am nachbartisch saß offensichtlich die stammkundschaft. ein kleines grüppchen gemütlicher weddinger und weddingerinnen zwischen 40 und 60. ein mann schimpft pausenlos in gebrochenem deutsch über "die ganzen arabischen hier". er sei ja schließlich schon so lange in deutschland. er habe sich angepaßt. er habe eine bessere rente verdient, aber die, die arbaber, nee, die sind ... irgendwas in einer anderen sprache. einer osteuropäerin wird es zu bunt, sie fällt ihm ins wort: "und wie lange bist du schon hier?" "eh viersich jahre" "und dein deutsch ist immernoch scheiße!" ende der diskussion.
    sehr zu empfehlen, die zwitscherklause (sprich swischcherklauuse)

    Donnerstag, Juli 20, 2006

    ansage


    morgens in der U1 zwischen kurfürstendamm und nollendorfplatz: "schööön gutn tag, diiie fahrausweise bitte!" alle rücken brav ihr ticket raus. wie immer findet sich ein ausländischer tourist, der aus versehen das falsche ticket gekauft hat. hilflos blickt er dem kontrolleur entgegen, der ihm vergeblich versucht, den ernst der lage klar zu machen. "no, you have doublestep ticket" äh? was soll das denn sein? er bittet ihn, an der nächsten station mit auszusteigen "come with us next station, you!". wir rollen in den bahnhof ein. der kontrolleur stellt sich in die mitte des wagens und ruft "die anderen alle vorbildlich – super!" endlich hat s mal einer erkannt:-)

    Freitag, Juli 14, 2006

    türkisch für anfänger


    sucht man als werktätiger abends nach abkühlung, geht man vielleicht auch mal ins freibad um die ecke. das kombibad seestraße/reinickendorfer strasse ist eins an der ecke der besonderen art. in nur 45 minuten kann man eine menge über die typische weddingkultur erfahren. schon das personal am eingang übertrifft alles, was mir bisher an berliner unfreundlichkeit begenete. unfassbar bekloppte schnepfe. aber egal. man gewöhnt sich ja an alles. der zustand der früher vielleicht mal sanitär gewesenen anlagen war katastrophal, was aber vermutlich nicht nur am personal, sondern auch am verhalten der besucher liegen könnte. egal. man gewöhnt sich auch daran.
    im wasser angekommen wurde es dann aber richtig lustig. im und um das becken tummelte sich ein potpouri der weddinger jugendkultur. goldkettchen und basecap im louis vuitton imitat wurden selbst im wasser nicht abgelegt, vielleicht ja aus religiösen gründen. dralle schönheiten flankierten den längsseitigen beckenrand in der "venus-von-milo-pose". emsige sonnenbrillenschwimmer waren stets verkrampft bemüht, den kopf schön über wasser zu halten.
    unser becken wurde von 2 bademeistern auf der einen bastion sowie einer bademeisterin am anderen beckenende überwacht. die bademeisterin wurde minutenlang von kleinen jungs angepöpelt. man konnte quasi schon den rauch aus ihren ohren qualmen sehen. aber äußerlich blieb sie gelassen und schaute einfach konsequent aufs wasser. erlöst wurde sie aus der ferne von den kollegen gegenüber. die sprechanlage schallte über das gesamte freigelände: "mach euch mal locker jungs da!" und sie hörten tatsächlich auf. na bitte. läßt sich doch alles auch aus der ferne regeln. ein zwischen zwei familienbanden heiß entbrannter streit, wurde auch erst versucht, per ansage zu schlichten. nützte nur nichts. schließlich mußte doch die beckensecurity gerufen werden, die sich vergeblich bemühte, überhaupt erst mal die ursache des konfliktes zu verstehen. derweil hatten wir große mühe, den häufig vertretenen kampfschwimmern auszuweichen. kurz vor halb 8, erneute durchsage: "achtung an alle kinder. es gibt wieder jede menge papier aufzusammeln. es winken freikarten." so einfach ist das. sofort schwärmten sämtliche kids in zweiergruppen aus. jeden kleinen schnipsel stopften sie in riesige gelbe plastiksäcke. mit hoher professionalität wurde der sack geschultert und um einzelne schnipsel gefeilscht. bis um 8 war alles in sack und tüten. auf dem weg zur umkleidekabine wurden wir noch zeuge einer schlägerei. hat aber anscheinend auch keinen groß interessiert. man gewöhnt sich ja an alles. einzig eine ältere dame, die nackt mit krückstock, die nicht gerade kurze strecke zwischen dusche- und umkleideraum zurücklegte, ließ uns kurz mit offenem mund innehalten. ansonsten blieb alles ruhig.
    soviele abenteuer in so kurzer zeit. das muß wiederholt werden. für alle, die nicht selber hingehen können präsentiert
    krummundschief exklusiv eine postkarte zum downloaden. iyi eglenceler! zu deutsch viel vergnügen.

    Mittwoch, Juli 12, 2006

    Das große NEIN



    klinsi macht uns nicht mehr grinsi. ist das vielleicht ein grund, den kopf in den rasen äh sand zu stecken? die wm hat doch so eine positive stimmung in unser land gebracht. überall werden jetzt stimmen laut, die flaggen sollen gehisst bleiben! auf so viele dinge ist doch trotzdem noch verlass. zum beispiel die bvg. fünf wochen fuhr ich unkontrolliert durch diese stadt. (ob dafür auch die wm verantwortlich ist konnte bis jetzt noch nicht geklärt werden.) fünf wochen ohne kollektives zusammenzucken bei " schööööön guten tag, die fahrausweise bitte". fünf wochen ohne hektische kramerei- vorhin hatte ich es doch noch. und fünf wochen ohne die siegessichere mimik der kontrolleure, wenn sie dann doch mal jemanden erwischen. so wie heute morgen, als ich endlich wieder wie gewohnt 2 mal auf dem weg zur arbeit kontrolliert wurde. opfer: "ich hab mein ticket bei meinem freund liegen lassen und mir deswegen eine einzelfahrt gekauft" kontrolleur: " ja, schön, aber das ist nicht abgestempelt. das ist ein vergehen und das wissen sie." opfer: "ja, aber nee." kontrolleur: "dann brauch ich bitte mal ihren personalausweis." opfer: "ja, nee, äh ja." diskussion, diskussion und am ende geschah das wunder. tatsächlich gabs nur ne verwarnung und ein paar hinweise wegen der vorschriften uns so. sonst nix! das ist das erste mal, dass ich einen milden kontrolleur erleben durfte. danke wm, die flaggen bleiben. danke deutschland. danke unseren kontrolleuren der herzen.

    Dienstag, Juli 11, 2006

    Marketingstrategien hier und da


    Professionalität ist wichtig und hat Ihren Preis. In der Kommunikationsbranche gilt es, die Flut an Informationen zu bündeln. Wer heute noch auffallen will, muß bereit sein, neue Wege zu gehen. Wer alles gibt kann alles haben. So auch die gerade im Büro eingetroffene Fotografin. Ihre Aufgabe war es, die neulich stattfindende Hochzeit zu dokumentieren. Auf die Frage, wie die Arbeit so für sie war antwortet sie- super, sie habe total viel gelernt, vor allem, dass sie ein Blitzlicht brauche. Sie habe nicht erwartet, dass es abends so dunkel wird.

    Freitag, Juli 07, 2006

    is(s) wurst


    der morgen danach, oder davor? mir is es zu warm.
    aller anfang ist schwer. morgens aufstehen auch. wenn man trotz tiefschlafphase von militanten müllfahrzeugen aus den träumen gerissen wird ist der tag schon so gut wie verloren. da hilft es auch nicht, noch für eine cd-länge mit kaffee in der hand auf dem bett zu versuchen, sich die ganze sache schön zu reden.
    einziger trost- die morgendliche u-bahn bekannte. meine finger-omi. komm ich morgens die treppe zum ubahn-steig herunter, sitzt sie schon in position – die beine nach vorn gestreckt, die füße ineinander verhakt. starrer blick geradeaus. linke hand auf dem schoß. mit der rechten hand macht sie im prinzip "die pistole"- grundposition faust, zeigefinger ausgestreckt, daumen nach oben. den ausgestreckten zeigefinger der rechten hand hat sie bewegungslos im rechten nasenloch. zielt quasi auf sich selber und sie bewegt sich keinen einzigen zentimeter. soll mal einer verstehen.
    schön ist es, wenn man in der u-bahn ein so spannendes buch liest, dass man all die verrückten um sich herum vergißt. weniger gut ist es, wenn man darüber vergisst, auf die stationen zu achten und plötzlich ist man schon viel zu weit. und ich meine wirklich viel. hilft nix, wenigstens hat man so noch ein paar minuten mehr zeit zum lesen.
    ein verkorkster morgen, ein heißer tag. wir sind deutschland, wir sind wurst.

    Mittwoch, Juli 05, 2006

    so sahn sieger aus schallallallallah



    zum halbfinale in einer kleinen kneipe auf dem prenzlauer berg. trotz der verdrängungswürdigen niederlage gab es während des spiels viel zu lachen. da war zum beispiel ein blonder halbstarker in der ersten reihe, so nah an der leinwand, als wollte er den spielern persönlich auf die schultern klopfen. ab der 2. halbzeit hielt er die anspannung nur noch im stehen aus. sobald ein deutscher spieler ballkontakt hatte schrie der blonde >>jawolll<< und >>ruffdaruffdaruffda!<< >>ruff!!!<<
    hinter uns eine mutlikulturell gemischte gruppe, darunter eine kleine koreanerin mit enormen stimmvolumen. ihre >>tua! tua! tua!<< rufe, sobald der ball in tornähe kam, verfolgten mich bis in den schlaf.
    besonders schön auch meine begleitung- er, schon den ganzen tag extrem angespannt- starrt hochkonzentriert auf die leinwand, eine zigarette nach der anderen rauchend und im prinzip nicht ansprechbar. sie- mitfiebernd und aufgedreht in einem ziemlich spannenden moment >> warum hat denn der lehmann jetzt rot an!? das steht im doch gar nich! blau steht dem doch viel besser! hm? mensch sag doch mal!<< nur mit großer diplomatischer kunstfertigkeit konnte das ende einer 8-jährigen beziehung verhindert werden. na ja und ansonsten wird der italienurlaub nun natürlich ins wasser fallen. ohje olé.